Erfahrungsberichte

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Marie Dülberg, 15 Jahre
Mein Aufenthalt in Nantes von September 2017 bis Februar 2018
Organisiert von « En-Famille »

Das erste Mal wirklich alleine Fliegen, es war beängstigend und wundervoll zugleich. Nantes von oben zu betrachten, raubte mir den Atem. Ich sah die Loire, viele Kreisverkehre und vielleicht ja sogar schon Milas Haus? Mila war meine Austauschschwester, sie hatte bereits ein halbes Jahr bei uns gelebt. Sie wurde von ihren Eltern Lydia und Frédéric gebracht, die für ein Wochenende blieben, um uns kennenzulernen. So kannte ich die beiden also schon. Als ich am Flughafen in Nantes dann endlich meine Gastfamilie sah, fiel mir ein richtiger Stein vom Herzen: nach drei Stunden Stress endlich bekannte Gesichter. Nur Théo, den 22- jährigen Bruder von Mila, kannte ich noch nicht. Ich begrüßte jeden mit Küsschen links Küsschen rechts und wir gingen mein Gepäck holen. In der kleinen hellhörigen Wohnung war es ganz nett, nur fühlte ich mich noch nicht wirklich zuhause. Ich hatte zu Anfang viel Heimweh und war so gut wie dauerhaft gestresst, einmal hatte ich sogar eine Panikattacke. Aber dann habe ich immer etwas Ruhiges im Fernsehen geschaut wie die Anime Serie „Captain Flamm“ und einen Tee getrunken. Am ersten Schultag zeigte mir Mila die Schule und stellte mir all ihre Freunde vor. Mila war nicht mit mir in einer Klasse, aber eine ihrer Freundinnen mit der ich mich auch ziemlich gut verstand. Sonst hatte ich jedoch keine Freunde in meiner Klasse. Eigene Freunde zu finden war schwerer als gedacht! Nachdem ich ca. dreieinhalb Monate immer wieder versucht hatte, meine eigenen Freunde zu finden, klinkte ich mich dann doch bei Mila und ihren Freunden ein und verbrachte meine Pausen mit ihnen. Ab diesem Zeitpunkt verbesserte sich auch mein Heimweh schlagartig. In den Herbstferien war das sogenannte En-Famille-Treffen in der Bretagne. En-Famille ist die Organisation, über die ich meinen Austausch gemacht habe. Zu dem Treffen kommen alle, die wie Mila und ich gerade in einem Austausch sind, die vorhaben, einen Austausch zu machen und eventuell auch diejenigen, die bereits einen hinter sich haben. In Deutschland hatten wir auch zweimal an einem En-Famille-Treffen teilgenommen und es war für uns sehr spannend und informativ. Man sich austauschen, Fragen stellen und Fragen beantworten. Ich habe mit vielen Jugendlichen gesprochen und festgestellt, dass es Leute mit ähnlichen Problemen gibt.
Ich habe auch gemerkt, wie unterschiedlich schnell der ein oder andere lernt und das es bei mir vergleichsweise sehr gut läuft. Nach dem Treffen habe ich mich um einiges motivierter gefühlt. Meine Probleme mit dem Heimweh waren zwar nicht aufgelöst, jedoch haben sie sich stark verringert. Nach dem En-Famille Wochenende sind wir direkt in den Urlaub in die Bretagne gefahren. Die Nächte verbrachten wir in Ferienwohnungen und Tagsüber besichtigten wir die Umgebung. Wir waren in Concarno, Saint-Malo und Mont-Saint-Michelle. Wir waren oft am Meer und an jedem Strand füllte ich ein kleines Glasfläschchen mit Sand als Erinnerung. Das war die Idee von Lydia gewesen. Als wir wieder zurück nach Nantes gefahren sind, hat es sich richtig nach „nach Hause kommen angefühlt“, denn so vieles in Nantes kam mir mittlerweile vertraut vor; die Loire, die Läden, sogar die Tram zwei Straßen weiter.Mit der sind Mila du ich oft in die Stadt gefahren. Vor allem aber kam mir die Wohnung richtig vertraut vor. Zuhause beschäftigte ich mich in meiner freien Zeit oft mit Zeichnen und Malen, Lesen oder Tagebuch führen. Ich schrieb und las natürlich ausschließlich auf Französisch. Mittwochs hatten Mila und ich nur bis zwölf Uhr Schule und unternahmen dann immer etwas gemeinsam. Meistens gingen wir zusammen in die Stadt. Da sie und ihr Vater gerne Museen besichtigten, gingen wir an den Wochenenden oft in die unterschiedlichsten Ausstellungen. An manchen Abenden haben Theo, Mila und ich zusammen an der Playstation gespielt. Das war auch eine lustige neue Erfahrung, denn es war das erste Mal, dass ich überhaupt eine Konsole in der Hand hielt. In der Schule ging es mir jetzt schon viel besser. Ich verstand täglich mehr und mehr. Leider waren nicht alle Lehrer verständnisvoll und nett. Aber das war schon Okay. Klar, manchmal war ich traurig deswegen, aber dann freute ich mich einfach auf das nächste Wochenende und es ging schon besser. Als es dann nur noch eine Woche war bis zu den Weihnachtsferien, schrieben alle Schüler aus meiner Stufe den „Brevet blanc“. Das ist eine sehr wichtige Prüfung, für die alle wie verrückt lernen mussten. Da ich diesen allerdings nicht schreiben musste, verbrachte ich meine Freizeit bei Milas Tante Nadine. Nadine ist Künstlerin und eine wirklich tolle, aufgeschlossene Frau, die mir wirklich ans Herz gewachsen ist. Es war als wäre sie meine Tante. In ihrem Atelier stellte sie sogenannte „Vitrailles“ her, aus ganz buntem unterschiedlichem Glas (Vitrail bedeutet buntes Glas und ist eine Art eingerahmtes Mosaik aus Glasscheiben). In der Woche in der ich bei ihr war, konnte ich auch so ein Vitrail machen. Dazu suchte ich mir mein Glas aus, schnitt es zu, sowie auch die Aluminiumfugen und lernte wie alles zusammengesetzt werden musste. Wir sprachen viel miteinander, über alles Mögliche! Das ging jetzt schon richtig gut und flüssig. Zwischendurch ging immer mal wieder einer an den Laptop und zeigte dem anderen etwas. Dabei handelte es sich mal um eine Band, mal um Kunst oder auch um Klamotten, ganz egal. Die Woche ging schnell vorbei und langsam musste ich mich an die Weihnachtsgeschenke machen. Mittlerweile war es kein Problem mehr für mich, alleine in die Stadt zu gehen. So konnte ich die Geschenke besorgen und hatte bald schon alle Geschenke für Mila, Théo, Lydia und Frédéric beisammen. Den Weihnachtsmorgen verbrachten wir in Ruhe damit, alles für das Weihnachtsessen vorzubereiten. Es gab ein Vier-Gänge-Menü. Danach spielten wir bis spät in die Nacht gemeinsam Gesellschaftsspiele. Da man in Frankreich die Geschenke erst am nächsten Morgen öffnet, legten wir sie alle unter den kleinen Kunstweihnachtsbaum und gingen schlafen. Die morgendliche Geschenkerunde dauerte eine Ewigkeit, es war sehr lustig und ich war gar nicht traurig, Weihnachten nicht mit meiner « richtigen »Familie feiern zu können. Nach Weihnachten fuhren wir für drei Tage nach Paris. Ich sah die Champs-Ellysées, den Eiffelturm im Regen, eine zufällig entdeckte, wirklich tolle Kunstausstellung und am letzten Tag noch die große Ausstellung von Dior. Paris war schön, doch mir ist die Stadt zu schnell, zu laut und zu stressig. Da kann ich allen nur Nantes als Urlaubsziel empfehlen. Das bekannteste Reiseziel ist dort wohl das Museum und das « Karussell der Maschinen der Insel von Nantes » (Les machines d´ile de Nantes), welches wir dann nach den Ferien an einem Wochenende endlich besuchen gingen.
Es war wirklich einfach toll. Mein Aufenthalt ging langsam auf sein Ende zu, Mila und ihre Freunde organisierten eine kleine Abschiedsparty für mich und überhäuften mich mit Abschiedsgeschenken. Nach dem letzten Tag in der Schule ging ich noch ein letztes Mal durch die Stadt und kaufte mir endlich so einen sogenannten Crayon BIC, (das ist ein Kugelschreiber mit vier Mienen in vier Farben und es gibt KEINEN Franzosen der nicht so einen besitzt) und sagte Stolz:
„Jetzt bin ich für die französische Schule bereit!“ Am Flughafen habe ich dann tatsächlich doch noch geweint. Manchmal habe ich auch jetzt noch Heimweh nach Nantes und Mila, Lydia, Frederic, Theo, Nadine oder Aurore. Nachdem ich mich dann zusammengerissen hatte, verabschiedete ich mich von allen und ging durch die Sicherheitskontrolle. Alles in allem würde ich meinen Austausch als sehr gelungen beschreiben und mein Bericht dort enden lassen wo er Angefangen hat, nämlich im Flugzeug. Nur diesmal im Dunkeln über Düsseldorf, wo ich vor Aufregung fast geplatzt bin.

 

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Nina und Côme – Nico und Honoré :

Ein deutsch-französischer Doppelaustausch

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Honoré bei Nico

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Nina in Frankreich

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Paula – unsere Austausch-Enkelin

 

Ein Sprach- und Kulturaustausch in Zusammenarbeit mit der Organisation ‚En Famille International’

 

Inge und Walter Stupp haben die Vorbereitungen und die Umsetzung zum Austauschprogramm ihrer Enkelin miterlebt. Dazu gehörten Argumente dafür und dagegen, Zweifel, dann aber auch die Vorfreude. Nach der ‚Halbzeit’ sind sich alle Beteiligten einig: es hat sich gelohnt.

 

„Maike ist elf Jahre alte und besucht seit ihrer Einschulung eine bilinguale Privatschule im Taunus in der Nähe ihres Wohnortes Kelsterbach. Sie ist Einzelkind, sehr selbstbewusst und freut sich alle sechs Monate auf ein Zeugnis mit sehr guten und guten Noten. Die Schulsprache ist Englisch. Deutsch wird im Fach Deutsch gesprochen sowie in dem einen oder anderen Nebenfach. Als zweite Fremdsprache lernt sie Spanisch. Das ist, kurz gefasst, die Situation, in der die Überlegung reift, einen Sprach- und Kulturaustausch ins Auge zu fassen.

 

Am Anfang stand die intensive Diskussion innerhalb der Familie, ob es wohl sinnvoll, kindgerecht und machbar wäre, für sechs Monate eine Austauschschülerin in die Familie aufzunehmen und anschließend selbst dort ein halbes Jahr in einem fremden Sprach- und Kulturraum zu verbringen. Die Entscheidungsfindung war nicht einfach. Die äußere Bindung wird für diesen Zeitraum aufgegeben. Wie erlebt das bisher eng umsorgte Kind diesen Wechsel? Was ist, wenn gerade in dieser Zeit eine Entwicklungsperiode beginnt, für die man als Eltern die ganze Kraft und behutsame Begleitung aufbringen will? Was ist, wenn gerade dies in der fremden Familiefehlt? Was ist, wenn Heimweh einsetzt? Welche Institution kümmert sich um die entsprechenden Voraussetzungen und stellt die notwendige Brücke des Vertrauens her?

 

Tochter und Schwiegersohn haben sich mit dem Angebot im Markt vertraut gemacht und bei En Famille International angefragt. Schon der erste Eindruck war positiv, vor allem deshalb, weil es klare und notwendige Hürden gibt, die genommen werden müssen. Man traf nicht auf eine kommerzielle Agentur, die berechtigte Sorgen stets beiseite wischt, um den Austausch nicht zu gefährden. Hier werden im Gegenteil Argumente ausgetauscht, die gegen das Projekt sprechen könnten, und die verantwortlich abgearbeitet werden müssen, bevor eine Zusage durch die Organisation erfolgt.

 

Zu beiden Familien wurde ein Profil erstellt, das dann möglichst kongruent sein sollte. Und das Kennenlernen des Kindes sowie dessen Eltern und Geschwister im anderen Land gehörte zwar nicht zwingend dazu, wurde aber von der Organisation empfohlen und aufgrund der Machbarkeit wahr genommen.Der erste Schritt – und von dem wird hier die Rede sein – war dann die Reise der Tochter aus der Partnerfamilie nach Deutschland.

 

Dann ist es soweit. Paula – sie möchte sofort, dass ihr Name französisch ausgesprochen wird – reist aus Toulouse an und wird Maikes Schwester, für Vater und Mutter zur Tochter und für uns zur Enkelin. Das ist schon ein harter Schnitt für die zwölfjährige Französin, lässt sie doch alles zurück, was ihren vertrauten Alltag in der Heimat ausmacht: Familie, Freunde, kulturelle Gewohnheiten und – ihre Muttersprache. Wöchentlich gibt es zwar einen Telefonkontakt, ausgehend von Mama und Papa, aber selbst die Gesprächsdauer wird limitiert; so empfiehlt es die Organisation, und so hat sie wohl auch ihre Erfahrungen aus 35 Jahren Schüleraustausch. Und wir alle sind überrascht, dass sich das auch problemlos umsetzen lässt.

 

Die zweite Überraschung ist die schnell zunehmende Verständigung in der neuen Sprache. Paula hatte nie eine deutsche Vokabel kennengelernt, und umgekehrt kann Maike nicht mit Französisch aushelfen. Wenn wir zu Besuch in Kelsterbach ankommen, auf Paula zugehen und fragen ‚comment ça va?’, dann nur, um eine kleine Brücke zu schlagen und Vertrauen auszubauen. Jede weitere Unterhaltung verläuft in Deutsch.

 

So auch in der siebten Klasse, die gleich zu Beginn von Paula in der Gesamtschule Kelsterbach besucht wurde. Die Klassenlehrerin war zunächst nicht so begeistert und wenig zuversichtlich, dass die Verständigung funktionieren würde. Sechs Monate später sind die Einwände vom Tisch und sie muss zugeben, dass sich da ein erstaunlich hohes sprachliches Niveau entwickelt hat. Nicht nur das. Am Ende des Austauschs tut es der Klasse und den Lehrkräften leid, Paula wieder zu verlieren. Sie hat mit ihrer unbefangenen und charmanten Art einen neuen Wind in die Gemeinschaft gebracht.

 

In den ersten Tagen des Einlebens in die neue Familie war Paula noch ein wenig still und zurückhaltend gewesen. Dank ihrer Sprachbegabung hat sie aber bald genügend Sicherheit gefunden, um sich auch mit ihren Fragen und Wünschen auszudrücken. Sie wurde zunehmend kommunikativ und hat sich in der Zwischenzeit einen enormen Wortschatz angeeignet. Zudem geht sie mit den Regeln der Grammatik um, als sei sie bei uns groß geworden, und sie lässt sich gern verbessern.

 

Wie hat sie sich familiär eingelebt? Für Maike ist sie rasch die Schwester, und zwar eine solche, mit der man toll spielen und auch folgenlos streiten kann, und die man liebt. Gemeinsame Ferien, Weihnachten und auch das Vereinsleben mit dem Fußball haben zusammengeschweißt. Die Austauscheltern waren in puncto Erziehung und Schule ebenso anspruchsvoll und zielorientiert wie bei der leiblichen Tochter. Praktisch gibt es keinen Unterschied. Ordnung, Pünktlichkeit und die Einhaltung der für gute Gemeinschaft erforderlichen Spielregeln sind selbstverständliche Wünsche an das Zusammenleben. Andererseits müssen auch die alltäglichen Bedürfnisse erfüllt werden. Für den Winter braucht Paula die eine oder andere neue Kleidung, die Ferienaufenthalte sind zu finanzieren und der persönliche Umgang muss so angemessen gestaltet werden, dass in der ganzen Zeit kein Heimweh aufkommen soll. Sie hat den Aufenthalt sogar so genossen, dass sie am liebsten verlängern würde.Was kann man sich aus Sicht der Gasteltern schöneres wünschen?

 

Aber jetzt steht die Abreise der eigenen Tochter vor der Tür. Vier Tage nach Paulas Heimkehr wird Maike für sechs Monate in die sprachlich, menschlich und kulturell fremde Welt eintreten. Wenn das hoffentlich ebenso positiv verläuft, dann haben wahrscheinlich zwei Freundinnen fürs Leben zueinander gefunden und werden noch lange, vielleicht ein Leben lang, von den gemeinsamen Erfahrungen zehren. Sie werden dann noch oft das Fotobuch zur Hand nehmen, in dem Paulas Leben in ‚ihrer’ deutschen Familie dokumentiert worden ist. Auf den Abschluss des Projektes sind wir sehr gespannt.“

Zeitungsartikel Austausch

August, 2014 – Lea und Victorine (12)

Schüleraustausch: „Es ist ein Abenteuer!“

Zwölfjährige aus Heroldsberg verbrachte ein halbes Jahr in der Bretagne und lernte die französische Sprache – 08.09.2014 10:00 Uhr

Mit 12 oder 13 Jahren schon an einem Austausch teilnehmen? Ja, das ist möglich! Bestes Beispiel dafür sind die beiden Schülerinnen Lea (13) aus Heroldsberg und ihre französische Austauschpartnerin Victorine (12) aus Brech in der Bretagne. Die beiden Mädchen haben ein halbes Jahr im jeweils anderen Land verbracht. Ermöglicht hat dies die Organisation „Enfamille international“, die kulturelle Austausche mit Frankreichm Großbritannien, Spanien, den USA und Mexiko für acht bis 15-jährige Schüler anbietet. Wie es den beiden Mädchen gefallen hat? Darüber haben sie miteinander geplaudert.

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Lea aus Heroldsberg (links) und die Französin Victorine haben in ihrer Freizeit gerne Spiele miteinander gespielt. Beide Schülerinnen verbrachten ein halbes Jahr im jeweils anderen Land – und können dies nur empfehlen. In Nürnberg gingen die Mädchen in die 7. Klasse des Johannes-ScharrerGymnasiums. Foto: privat

 

Victorine: Erinnerst du dich noch an deine ersten Tage in Frankreich?

Lea: Ja, es war am Anfang alles sehr aufregend und unheimlich viel Neues! Deine Familie war sehr nett, und das hat es mir in der ersten Zeit einfach gemacht. Ich hatte ja erst ein Jahr Französisch in der Schule gelernt und konnte anfangs gar nichts verstehen, weil alle so schnell gesprochen haben.

Victorine: Ja, das stimmt! Mir ging es in deiner Familie auch so. Ich konnte erst nur einzelne Wörter verstehen. Aber weißt du, ich war dann doch überrascht, wie schnell ich immer mehr verstanden habe. Das war dann echt cool, als ich in deiner Familie mitreden konnte. Und als du in Frankreich warst, hast du ja auch ziemlich schnell mit dem Französischsprechen begonnen.

Lea: Eigentlich hat das mit der Sprache gut geklappt. Aber in der Schule war das zu Beginn schon ein komisches Gefühl, kaum etwas zu verstehen. Ich bin dort sehr gut aufgenommen worden, und mit der Zeit kann man dem Unterricht auch folgen. Es war für mich auch ungewohnt, in einer Ganztagsschule zu sein, was in Frankreich ganz normal ist.

Victorine: In Deutschland ist Schule ganz anders. Mir hat es gefallen, dass ich meistens schon mittags schulfrei hatte. So konnte ich nachmittags viel länger mit meinen Freundinnen spielen. Ich habe auch alle Schulaufgaben mitgeschrieben. Die Ergebnisse waren natürlich nicht so gut, aber mir hat das nichts ausgemacht. Bei einem Austausch kommt es ja nicht auf die Noten an.

Lea: Hattest du eigentlich während deines Aufenthalts in Deutschland mal Heimweh?

Victorine: Ja, es gab immer mal Momente, in denen ich meine Familie vermisst habe. Aber ich habe ja schon mit neun Jahren einen sechsmonatigen Austausch gemacht. Ich war in den USA. Vielleicht war es für mich deshalb nicht mehr ganz so schwer.

Lea: Ich hatte vor allem am Anfang ab und zu etwas Heimweh, vor allem wenn es mal Probleme mit anderen Kindern gab. Aber ich bin ganz gut damit klar gekommen, weil ich dann immer mit meiner Gastmutter Anne reden konnte. Das hat gut getan.

Victorine: Lass uns lieber über schöne Erlebnisse sprechen!

Lea: Oh, ja! Ich fand Weihnachten in Frankreich sehr schön! Ich fand es cool, dass wir Weihnachten nicht nur mit deiner Familie, sondern auch mit deinen Verwandten gefeiert haben. Wir hatten viel Spaß, und ich fand es unglaublich, wie lange ihr Franzosen das Essen genießen könnt.

Victorine: Ich fand Ostern hier interessant. Ich kannte das mit den Ostereiern gar nicht. Die Eier auszublasen und dann zu bemalen war sehr schön. Und dann ganz früh in die Kirche zum Osterfeuer zu gehen, war auch besonders. Es sind schöne Erlebnisse, die ich hier hatte. Lea, würdest du so einen Austausch noch mal machen?

Lea: Ja, für mich war das eine tolle Erfahrung. Ich habe viele neue Freunde gewonnen, und es war einfach toll, eure Lebensweise kennenzulernen. Außerdem konnte ich die Sprache richtig gut erlernen. Das hilft mir jetzt in der Schule sehr. Vielleicht werde ich bald einen zweiten Austausch machen. Und du, Victorine? Reichen dir die beiden Austausche noch immer nicht?

Victorine: Ich habe bei beiden Austauschen so gute Erfahrungen gemacht und so viel erlebt, dass ich vielleicht noch einen dritten Austausch machen werde. Es ist einfach ein Abenteuer. Ich finde es auch toll, dass es bei dem Austausch nicht nur um das Erlernen der Sprache, sondern um das Leben in einer Kultur und das Kennenlernen unterschiedlicher Lebensweisen geht.

Habt ihr auch Lust auf einen Austausch mit einem euch unbekannten Land bekommen? Auf der Homepage www.enfamille.com stehen viele weitere Infos. 

« Juli, 2014

MEIN AUSTAUSCH

Mein Austausch ist jetzt bald zu ende, so ich wollte ein bisschen über mein Erlebnis schreiben.

Als ich nach Deutschland gekommen bin, ich könnte kein Deutsch reden, aber das war nicht so schlimm, weil alle in meiner Gastfamilie können gut Englisch reden.

Meine Austauschpartnerin heißt Marit. Sie ist 8 Monate älter als ich und, sie ist sehr freundlich und hat mir viel geholfen. Die erste 2 Wochen, Cara, ihre Zwillingsschwester, war auch hier, aber sie ist nach Frankreich gegangen. Sie macht auch ein Austausch gerade.

Am Anfang, ich war zusammen mit Marit und Cara in eine Klasse, aber das war sehr schwierig Freunde zu  finden, so wir haben es geändert. Jetzt bin ich in eine Parallelklasse und die Leute sind sehr nett zu mir. In der Schule es ist sehr langweilig, aber ich nimm immer Deutsche Bücher zu lesen. Ich habe auch bei einer Kultur Projekt mitgemacht, und es hat Spaß gemacht.

Die erste paar Wochen, alle waren ein bisschen gestresst, aber wir haben trotzdem viele Sachen gemacht. Wir haben einen Kuchen  gebacken, wir sind ins Kino gegangen… Und ich habe die Familie sehr nett gefunden. Sie streiten auch oft, aber wie jede Familie.  Ich habe das Deutsche Frühstück komisch gefunden. Sie essen morgens sehr viel, aber sie machen kein Abendessen.

Im März sind wir nach Berlin gegangen. Ich habe es sehr interessant und schön gefunden, aber ich war sehr müde und ich habe mich nicht so auf dem fahrt gefreut. Ich hatte trotzdem Spaß, und ich will bald zurück nach Berlin gehen.

Was ich wirklich vermisse von Spanien ist das Essen. Ich mag auch deutsches essen, aber es ist nicht wie unseres. Ich habe auch ein Paket mit Spanisches essen von meine Eltern bekommen. Wir haben alles in eine Woche gegessen.

Im Juni sind wir nach Kroatien gegangen. Wir waren auf ein Schiff. Es war sehr schön dort. Wir sind viel geschwommen und da gabt es leckeres essen.

 

Im Juli haben wir auch ganz viele Sachen  gemacht. Wir sind ins Sommerkino gegangen, ich hatte ein Klassentreffen, und wir waren auch in Nürnberg. Ich habe auch eine Deutschprüfung gemacht.

Ich hatte hier oft Heimweh, aber es war nicht so schlimm wie ich gedacht habe, und ich wurde jetzt sagen, dass mein Austausch war generell gut. »

Julia (von Spanien)

Tristan und Aurèle

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Louis und Elouen

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